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9to5 #23: Fazit - 4 Grundwerte einer Digitalen Bohème

Eine Woche ist seit dem 9to5-Festival-Camp ins Land gegangen. Es widmete sich Idee & Praxis einer Neuen Arbeitskultur, deren Treiben vielfach unter den Begriff “digitale Bohème” gestellt wurde. Nun komme ich endlich zum Bloggen eines Fazits.

Neue Arten selbstbestimmten Arbeitens, Geldverdienens und Lebens unter sich verändernden Bedingungen von Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Technologie, das ist, ganz grob umrissen, jene Grundidee zwischen den Begriffen “Digitale Bohème” und “Wir nennen es Arbeit” (ein Buch-Manifest von Holm Friebe & Sascha Lobo, hier kaufbar), die Gegenstand des 9to5-Festival-Camps war.

Etwas konkreter umrissen: Neustrukturierung von Markt, Arbeitsteilung, Kapitalismus und schöpferischem Prozess durch digitale Revolution, Globalisierung und Web 2.0. Und darüber dann der Weg in eine Arbeits- und Lebenskultur, die dem Büroarbeitsplatz das Notebook im Café entgegen stellt, der ermüdenden Fließbandarbeit die passionierte Origami-Bastelei, dem konformistischen Massenmarkt die individualisierte Nische, dem hierarchischen Zentralismus des Großunternehmens die selbstorganisierte Kooperation von Freiberuflern in Projekten, der vertakteten Arbeitsdisziplin ‘from 9 to 5’ den spontanen Anfall euphorisierter Arbeitswut, schlussendlich: der entfremdeten Arbeit als notwendigem Übel die erfüllende Erfahrung von Arbeit als energetischem Ausleben der eigenen Potentiale.

Die Konferenz

Bei allem Publikumsbedauern in der 9to5-Abschlussveranstaltung über den vermeintlichen Mangel einer gemeinsamen Vision: Die Stärke des 9to5 war seine Heterogenität. Die Heterogenität der Besucher: ein Konglomerat aus freiberuflichen Literaten und Journalisten, urbanen Projektemachern, selbständigen Technokünstlern, Web-Agenturlern, digitalen Ideenspielern, Kulturwissenschaftlern, Sozialutopisten und Linkskapitalisten, Altkommunarden und Start-Up-Gründern. Die Heterogenität ihrer Ziele: konferenzen und workshoppen über Lebens- und Arbeitsentwürfe selbstbestimmten Tätigseins und Geldverdienens, Party machen, Networking, und virtuelle Identitäten zu realen Händedruckpartnern formen, inflationär Projekte gründen und in hoher Flyermasse unter die Leute bringen, kreativeln und philosophieren, Spaß haben und arbeiten, binnen Stunden Musikgruppen aufmachen und sogleich vermarkten, Plattformen launchen und wirtschaftliche Vorhaben koordinieren — all das wurde während dem 9to5 rege praktiziert.

Das Konferenzprogramm selbst bot einer großen Vielfalt an teils widersprüchlichen Ideen, Kampagnen, Thesen und Gebrauchsanweisungen Raum. Im Eröffnungsvortrag wollte Tom Hodgkinson vor der protestantischen Arbeitsethik in ein paradiesisches Mittelalter zurück flüchten. Im Abschlussvortrag ließ Frithjof Bergmann den technologischen Fortschritt die menschliche Arbeit in eine Erfahrung emanzipieren, die besser als Sex sei. Tobias Rapp erklärte, wie die Redakteursarbeit im klassischen Zeitungsfeuilleton funktioniert, und Régine Debatty, wie man sich mit einem hippen Ein-Personen-Nischenblog ein erfülltes Konferenz-Hopper-Leben finanzieren kann. Beim Panel zum “linken Neoliberalismus” wurde wild mit Marx und Foucault, Wirtschafts- und Emanzipationstheorie jongliert, während in der Bunny Lecture “Economy” Powerpoint-Thesen in Bullshitbingo-Sprache zelebriert wurden. Markus Beckedahl warb in seinem Netzpolitik-Vortrag für klassisches gesellschaftspolitisches Engagement, bevor im selben Slot Kathrin Passig und Sascha Lobo eine neue individalistische Pragmatik prägten.

Trotz diverser Verschiedenheiten zogen sich imho vier Grundwerte recht stabil durch den Großteil der Veranstaltungen, die ich jetzt mal ganz hochgestochen als “4 Grundwerte einer Digitalen Bohème” einzufangen versuchen werde.

4 Grundwerte einer Digitalen Bohème

Da wäre zuerst die Verliebtheit ins Experiment als Grundpfeiler einer neuen Arbeitskultur. So nennt Frithjof Bergmann das Experimentieren als allerwichtigste (und in der alten Arbeitsgesellschaft schändlich unterdrückte) Grundlage einer befriedigenden Arbeitsfindung, dem Entdecken einer Arbeit, die einem “pleasure” bereite, die einen erfülle, die einem Kraft zu ihrer Erledigung gebe, anstatt diese Kraft abzuwürgen. Die inflationäre Projektemacherei dagegen, die ihren eigenen eigenen kulturhistorischen Vortrag beim 9to5 hatte (von mir nachträglich als mp3 rezipiert), ist ein Experimentieren mit Unternehmungen, das sein Scheitern nicht genug fürchtet, um sich davon einschüchtern zu lassen. Das Experiment ist Grundprozess der Evolution, und der Glaube an das Gute des Experiments ist der Glaube an die Erfolgsmöglichkeiten evolutionärer Prozesse; der vielleicht auch durch die Erfahrungen mit dem Web 2.0 beförderte Glaube an die Produktivität eines Chaos, in dem sich alles mal probiert, gegenüber einer strengen, hemmenden Kontrolle von Prozessen, die nur das vorher Eingeplante zulässt. Im Grunde ist auch soetwas wie die auf dem 9to5 diskutierte Idee eines “linken Neoliberalismus” ein zur Hälfte bewusst experimentelles Erkunden neuer Koordinatensysteme politischen Denkens, mit der ganz eigenen analytischen Kraft, die das stolperfähige Ertasten neuer Räume gegenüber den stabilen Dogmen altbewährter Weltkonzeptionen haben mag. Und die von Kathrin Passig und Sascha Lobo propagierten Verhaltensweisen erfolgreichen Prokrastinierens und erfolgreicher Selbstdisziplinlosigkeit haben zum Kern vor allem den Mut, regelmäßig experimentell auszutesten, ob diese oder jene vermeintliche Pflicht oder lästige Notwendigkeit tatsächlich unumgänglich, ob diese oder jene als unzulässig verschrieene Abkürzung tatsächlich unbenutzbar sei.

Was der Doppelvortrag von Passig und Lobo als weiteren Grundwert deutlichst an die Wand schrieb, war eine Variante des Satzes “Everything Bad Is Good For You”, die Umdeutung von Untugenden in Tugenden (und umgekehrt). Schon Tom Hodgkinson bemühte sich in seinem 9to5-Einführungsvortrag um eine positive Neubesetzung von traditionell als anti-produktiv verachteten Begriffen wie dem “Idlen”; aber er betrieb es noch mehr in einer Verweigerungsgeste, gegen bürgerlichen Leistungsdrang. Bei Passig/Lobo schon werden vermeintliche unproduktive Untugenden als neue Tugenden von Produktivität in einen bürgerlichen Leistungsdrang gechanneled. Da kann Prokrastination (“Aufschieberitis”) als Fusionskraftwerk von Arbeit dienen, während die Selbstdisziplin als energiefressender Demoralisierer, als Arbeitsfeind abgeschafft wird. So kann, aus so mancher Arbeitsweise erfolgreicher Programmierer oder Künstler, aber vielleicht auch aus ganz bewusstem experimentellen Umdefinieren von Tugenden und Untugenden, eine neue Arbeitsethik entstehen. Eine neue Arbeitsethik, die im Glücksfall unter den neuesten Bedingungen von Gesellschaft, Kultur und Produktion sogar das Zeug hat, ältere Arbeitsethik in Effizienz, Produktionsausstoß und Brauchbarkeit der Erzeugnisse auszustechen. Die alte, die protestantische Arbeitsethik, wurde von der Angst angetrieben, nicht für den Himmel erwählt zu sein, wenn geschäftlicher Erfolg sich nicht einstelle. Die neue, noch unerhörtere Arbeitsethik mag von der Freude angetrieben werden, das zu tun, was man gerne tut, wie man es gerne tut, wann man es gerne tut — ein Credo, das nun nicht mehr länger den Tod jeder wirtschaftlichen Produktivität bedeuten würde.

Dass aber gerade die wirtschaftliche Produktivität der Maßstab sei, an dem sich solcherlei messen mag, das erscheint mir der dritte Grundwert zu sein, den ich etwas zusammengeschustert als realistisch-utopischen Kapitalismus bezeichnen möchte. Damit meine ich, zur einen Hälfte, eine Überzeugung, dass Kapitalismus der alternativlose Rahmen sei, in dem sich die Grundwerte einer Digitalen Bohème durchsetzen müssen, wenn sie sich durchsetzen sollen. Der Skeptiker einer Digitalen Bohème mag der Anforderung, die dieser Punkt stellt, als “realistisch” zustimmen. Als “utopisch” mag er aber dann die andere Hälfte der Überzeugung abkanzeln: Dass zugleich der Kapitalismus derzeit den erforderlichen Wandlungsprozessen unterliege, die zu einem wirtschaftlichen Siegeszug der beschriebenen Werte führen, ihnen in die Hände spielen mögen. Diese Wandlungsprozesse lassen sich irgendwo verorten zwischen einer Globalisierung als emanzipierender Vernetzung aller Weltbürger, Longtailisierung und Webzwonullisierung der Weltmärkte, Niedergang der Massenproduktion gegenüber individualisierter Produktion (dank der Nanofabrik im Wohnzimmer), ökonomisch brauchbare Automatisierung der unappetitlichsten Arbeiten, gleichzeitig größere Nachfrage nach höherer kreativer und intellektueller Arbeit.

Letzter und vielleicht ethisch bedeutsamster Grundwert ist der Glaube an neue Weisen der Vermittlung von Individuum und Gesellschaft, die sich aus technologisch-politisch-wirtschaftlichem Wandel ergeben mögen. Deutlichst verwiesen sei hier auf Holm Friebes verbale Versuche (im Panel zum “linken Neoliberalismus”), einen neuen Begriff für gesellschaftliches Miteinander zu finden, der sich von den politisch verbrauchten Begriffen “Gesellschaft” und “Gemeinschaft” abgrenzt, der Begriffen wie “Geselligkeit” näher stehe. Die Erfahrungen von gesellschaftlichem Miteinander, die eine Digitale Bohème als Netzbürgertum mit der digitalen Muttermilch aufgesogen hat, sind geprägt von Strukturen wie Wikis, Web 2.0, Social Networks, Formen des Miteinanders, die ziemlich anders funktionieren als so traditionelle Strukturen wie Nation, Familie, Klasse, Rasse — oder eben auch Firma. Demokratie, aber auch Märkte und Unternehmungen, funktionieren hier nach anderen, teils neuen Prinzipien, mal dezentraler, mal chaotischer, mal evolutionärer, mal basisdemokratischer, mal kleinteiliger, und sie tun das scheinbar auch mit größerem Erfolg als so manche politische oder wirtschaftliche Institution aus der analogen Welt. Damit der Rahmen, in dem eine Digitale Bohème wirtschaftet, sich über eine kleinen Elite aus Kultur- und IT-Selbständigen hinaus erweitern kann, müssten diese Strukturen sich irgendwie auf die analoge Welt übertragen lassen. Was positives Ideal des Kapitalismus war, nämlich aus dem widersprüchlichen Chaos vieler egoistischer Einzel-Interessen ein gesamtgesellschaftliches Wohl zu erzeugen, würde so durch bessere gesellschaftliche Vermittlungs-Techniken erst möglich gemacht, erst richtig verwirklicht werden. (Wobei das kollektive Chaos des Web 2.0 vielleicht nicht ganz mit den traditionellen Begriffen des freien Marktes von Angebot und Nachfrage deckungsgleich sein mag.)

Die Chancen einer Digitalen Bohème

An diesen Eckpfeilern hat sich aus meiner Perspektive das 9to5 für drei Tage und Nächte in Theorie und Praxis entlang gehangelt. Nicht immer ganz Schuss-sicher vielleicht, nicht so, als habe man den Weg zum Heil sicher vor Augen, aber halt als Experiment in alle Richtungen und mit vielen Inkarnationen, als Anregungen und als Abschreckungen.

Es klang bei der Abschlussveranstaltung so, als hätten die Organisatoren kein Interesse an einer nächstjährigen Wiederholung des 9to5 in derselben Form. Ich fände eine solche Wiederholung durchaus reizvoll, aber ich kann die Abneigung verstehen: Nimmt man den Geist des Experiments ernst, hält man sich an die Arbeitsmoral des Projektemachers, der lieber feurig etwas Neues ausprobiert, als Altes in die Ewigkeit weiterzuführen, dann ist es nur konsequent so, das 9to5 nicht in etwas Starres, Regelmäßiges zu institutionalisieren. Man könnte den Komplex dahinter aber vielleicht in anderen experimentellen Formen reinkarnieren lassen.

Aber die Veranstalter schienen auch, zurecht vielleicht, zu hoffen, dass aus dem 9to5 ein Funken auf die Besucher überspringe, der eigene Weiterführungen auf vielfältige, noch nicht näher vordefinierte Weisen erzeuge. Der alte Aufruf “Bildet Zellen!” ging mir da zuerst durch den Kopf. Aber er riecht etwas zu sehr nach Organisations- und Kampf-Strukturen, die nach den oben skizzierten Werten längst schon veraltet und unnötig sein müssten. Er verdeckt die eigentliche argumentative Stärke der Versprechen einer Digitalen Bohème: Dass die Revolution nicht in irgendeiner fernen Geschichtsdialektik am Horizont liege, sondern in kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen, die sich gerade direkt um uns vollziehen. Da müsste man kein Kommittee zur Organisation einer Revolution gründen, sondern sie einfach vorbildlich im Genuss ihrer Früchte leben.

Monday September 3, 2007

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Kommentare

  1. ben / 24. January 2009, 19:29 Uhr

    technologisch-politisch-wirtschaftlicher Wandel?

    hab mir deinen Text ma durchgelesen & obwohl ich aus ner ganz anderen Perspektive, aber dass aus der Veränderung der sozialen Beziehungen der Menschen durch das Netzwerken über Technologie ganz neue Definitionen von Nation, Familie, Rasse & Klasse entstehen ist ja toll. Aber warum muss man das dann immer noch Kapitalismus nennen? Wenn es ja keine Gesellschaften & Gemeinschaften mehr gibt & Arbeit komplett durch die technologische Entwicklung umgewandelt wird.

    Ich frage mich nur ob du daran glaubst das alle Menschen das wollen?

    Wenn du in deinem Gedankenkonstrukt schon soweit ausholst, warum geht es dann immer noch ums Geldverdienen? Gerade das Open-Source ding zeigt doch auch dass es eben ab einem bestimmten Vernetzungsdraht und neuer Arbeitsteilung nicht mehr ums Geldverdienen gehen müsste?

    Das was du heute als digital boheme bezeichnest stell ich mir immer vor als ob alle Menschen irgendwo einzelnd getrennt in sonem matrix-großraumbüro fleißig sinnentleerte Dienstleistungsarbeit produziert, aber da man sie ja auch zuhause machen kann, die arbeit, mit ihrem real.Einkommen völlig glücklich.
    Datenschutz? Unser Leben ist so überwacht wie noch nie. irgendjemand ob Staat oder Individuen haben immer mehr Zugang als du. Was ist mit automatisierter Realen Überwachung. Also nicht am PC, sondern durch ihn gesteuert. Geh mal nach England. Dort wirst du in Städten fast jede 30sec. auf kamera aufgenommen und kannst in echtzeit biometrisch identifiziert werden. theoretisch.
    Irgendwie vergisst du das reale Leben, wir sind Menschen keine Maschinen, ob sie nun digital oder analog sind…

    keine ahnung, ich lese deine texte gerne, aber irgendwie fehlt mir der Bezug zur Realität

  2. Christian / 24. January 2009, 20:10 Uhr

    Hallo Ben,

    ob man das dann überhaupt noch “Kapitalismus” nennen kann, was sich da formiert, ist natürlich eine berechtigte Frage. Ich habe inzwischen den Eindruck, das monetäre Kapital werde immer virtueller in seiner Macht, während non-monetäre Ökonomien größere Dynamiken entwickeln, und sich die Knappheiten, mit denen man handelt (Arbeitskraft? Rohstoffe? Raum & Zeit? Aufmerksamkeit? Intelligenz?), schneller und schnelle umarrangieren. K.A., ob diese Wandlungsprozesse von allen Menschen gewollt werden, vermutlich nicht direkt. Aber es sind keine Wandlungsprozesse, die eine Bande fanatischer Utopisten mit Waffengewalt gegen eine Volksmasse umzusetzen suchen, sondern etwas, das aus dem individuellen Wuseln aller im Dialog mit der technologischen Entwicklung vergleichsweise unkontrolliert emergiert.

    Utopien des neuen Geldverdienens werden tatsächlich fragwürdig, ja, vor allem dann, wenn das Geld, also die Währungen, die Finanzinstrumente usw., immer fragwürdiger, weil instabiler werden. Aber das an sich muss keine Utopie sein, denn Geld ist nicht einfach ein dediziertes Unterdrückungsinstrument, sondern etwas, das auch viele vorhergehende Knappheiten, Engen, Unfreiheiten usw. aufbricht, indem es Vermittlung von Werten auf eine allen gemeinsame Grundwährung runteratomisiert, die nicht per definitionem unmittelbar an Herkunft, Aussehen, Religion, Partei, Zunft o.ä. gekoppelt ist. Geld kann ein mächtiges Emanzipationsinstrument sein, doch, ja (mir fallen immer die Lohn-Empfangs-Szenen aus diesem alten Satyajit-Ray-Film ein, “Mahanagar/The Big City”). Postmonetäre Freiheitsutopien müssen sich auch erstmal mindestens auf diesen Stand vorarbeiten.

    Die Digitale Bohème definiert sich nicht notwendigerweise durch isolationistische Vereinzelung des Arbeitsschaffens, mehr dadurch, dass die Arbeit in freier und spontaner Assoziation der sie Verrichtenden stattfinden kann. Siehe dazu auch Coworking-Spaces und das Hallenprojekt.de, wo ich mitwusele.

    Wie du auf den Datenschutz kommst, kann ich nicht ganz nachvollziehen, aber dazu verweise ich jetzt einfach mal auf mein aktuelles Editorial in der iX: http://www.heise.de/ix/artikel/2009/02/003/default.shtml

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