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Emergenz vs. Design, mal wieder

Der philosophische Leitkonflikt der Gegenwart ist der zwischen Emergenz und Design, evolutionärer Selbstorganisation bottum-up und zielgerichteter Anleitung top-down.

Dabei sind die Sympathisanten-Rollen gar nicht so klar verteilt.

Sicher, in der Debatte Darwin gegen Kreationismus stehen die Zukunftsgewandten auf der Seite der Emergenz/Evolution, im Medienstreit wird von ihnen die Informationsemergenz aus den heterogenen Massen des Web 2.0 über die Gatekeeper-Redaktionskontrolle der alten Medien gestellt, und in der Software-Entwicklung positioniert sich der sich selbst organisierende Open-Source-Basar recht erfolgreich gegen den top-down-verordneten Kathedralenbauplan.

Aber wenn wir zum Beispiel den Gencode des Menschen umgestalten wollen für das transhumanistische Weltenheil, wenn wir dafür kämpfen, die Bedingungen der Natur unserem Willen zu unterwerfen, dann stellen wir das Design über die Emergenz, und das mit guter progressiver Ratio und zugleich gegen große konservative Ablehnung. Die Natur ist das, was aus der Evolution emergierte, aber wir wollen gerade einen Paradigmenwechsel vollziehen, nicht länger das sein, was die Emergenzen der Natur aus uns machen, sondern mit unserem eigenen Willen selber lenken, was wir sind.

Irgendwie müssen wir den Trick einer dialektischen Zusammenführung von beidem schaffen, sonst wird das nix, sonst kommen wir nicht weiter. Kevin Kelly versucht es in seinem Blog The Technium: “The Bottom is Not Enough”. Und entfaltet darin nebenbei noch eine weitere gelungene Metapher für die erbärmliche Langsamkeit der Evolution natürlicher Auslese, deren Darstellung ich ja neulich schon bei Kurzweil/Vinge begegnete (im Bild, sie habe als einziges Planungsmodell ihres Handelns eben ihr Handeln). Kelly nennt sie eine 1bit-Rechenmaschine, die nur einen einzigen boolischen booleschen Schaltkreis zur Entscheidungsfindung besitzt, TOD vs. LEBEN, und damit eben ziemlich lange zum Rechnen braucht. Vielleicht ist der Mensch für sie ja sowas wie für uns der Sprung vom binären zum Quanten-Computer.

Wednesday February 13, 2008

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Kommentare

  1. mspro / 13. February 2008, 17:24 Uhr

    Ein sehr guter Gedanke. Und faszinierend zugleich. Denn all die von dir angesprochenen Bereiche sind ja Ungleichzeitigkeiten, die erst durch den beschleunigten technologischen Wandel verursacht wurden. Und jetzt, da wir gerade erst die Macht der Emergenz zu begreifen anfangen, wollen wir sie sogleich hinter uns lassen, um eine ganz neue Ebene des Designs zu beschreiten. In einem Bereich, der das homeland, der Emergenz genannt werden kann.

    Design hat immer auch etwas mit Eifersucht zu tun und deswegen letztendlich mit Wahnsinn. Dem Wahnsinn der Selbstüberschätzung.

  2. Christian / 13. February 2008, 17:42 Uhr

    Naja, du sagst ja selbst, es sind Ungleichzeitigkeiten, deshalb kann man eigentlich kein ‘zuerst haben wir die Emergenz begriffen, und danach begreifen wir das Design’ aufmachen. Im größeren scheme of things ist natürlich auch der Designwille ein Produkt der Evolution/Emergenz und gehört ihr damit an. Eine ‘Überwindung’ der Evolution wäre so eigentlich nur die Transzendierung einer bestimmten Entwicklungslinie in der Evolution (der der natürlichen Auslese) und immer noch fester Teil einer größeren Evolution. Ein neuer Entwicklungsprozess ist wohl nur als Kombination der beiden Prinzipien denkbar, siehe auch den Kelly-Artikel. Der sieht das Potential ja vor allem in einer Explosion neuer Vielfalt der Verkoppelungsmöglichkeiten der beiden.

  3. Erdferkel / 13. February 2008, 17:51 Uhr

    Bitte, bitte “booleschen”, nicht “boolischen”. Das sehe ich schon viel zu oft.

  4. Christian / 13. February 2008, 18:24 Uhr

    @Erdferkel: Juti, ich neige zwar zur Verteidigung der Privatrechtschreibung, aber weil du’s bist … korrigiert ;-)

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