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Post-Identität, Post-Individualismus?

Fortsetzung einer kleinen Serie von Notizen und wirren Gedanken zur Veränderung von Privatsphäre, Identität und zwischenmenschlichem Kontakt im Web 2.0, die ich gestern begonnen habe …

2. Post-Identität — Verlust der Ich-Funktion?

Dann nehmen wir also, bei aller Post-Privacy, die individuelle Identität jenseits unseres Umfeldes als etwas, das bewahrt werden muss. Aber vielleicht — und das ist zugegeben ein gruseliger und gefährlicher Gedanke, der mit einigen der größten Schrecken der Menschheitsgeschichte zuweilen eng korrespondiert hat —, vielleicht wird die individuelle Identität gerade auch einfach selbst obsolet?

So fragt etwa der New Scientist: Erhöht die Internet-Abstraktion von zwischenmenschlichem Austausch in Text nicht nur die Distanz zu den anderen Menschen, sondern auch zu sich selbst? Löst sich im Web das Verhalten von persönlicher Identität, findet eine “Deindividuation” statt, wie in Mob oder Meditation?

Zugleich zerfällt ‘meine Identität’ doch inzwischen in hundert Feeds (meine Blogs, Twitter, Facebook, Flickr, etc.pp.), die mit Tausenden anderen Feeds in ein gemeinsames Meer eingehen, wo ich nicht als Fels in der Brandung allein für mich als Ich stehe, sondern nur als Teil von Gemeinschaftsprozessen, als Knotenpunkt von Netzwerken, als Element in Gesamt-Aggregationen ganzer Umfelder oder Themenbereiche. Meine Befindlichkeiten und Ideen können nur noch in Gleichzeitigkeit und Verschaltung mit denen des ganzen Planeten existieren, atmen.

Wir befinden uns mit dem Web 2.0 gerade in einer revolutionären Explosion des Sozialen. Kann der Individualismus da mithalten? Kann so etwas wie individuelle Identität darin bestehen? Kann und soll sie sich einen geschützten Bereich mit harten Sperrmauern sichern gegen den Druck eines exponentiell drumherum wachsenden Sozialen? Schaffen die digitalen Medien einen Web-2.0-Volkskörper, in den wir genauso deindividualisiert eingehen wie das Objekt der Massenpsychologie in den Faschismus?

Doch sind, im Gegensatz zum Volkskörper des Faschismus, diese neuen Räume, in die wir eingehen, nicht Feiern der Vielfalt und des Verschiedenen? Erleben wir einen Verlust von Identität oder nicht viel mehr eine Multiplikation von Identitäten? Ist der Begriff “Volkskörper” für dieses Neue nicht schon deshalb falsch, weil ein Volk nur eine Identität hat? Ist der neue Gesamtkörper nicht das freiheitliche und heterogene Dezentrale im Gegensatz zum totalitaristisch gleichschaltenden Zentralen?

Warum der New Scientist irgendwie nicht recht hat mit seiner These von der Internet-Abstraktion zwischenmenschlichen Austauschs, schreibe ich morgen oder übermorgen unter dem Stichwort “Neo-Intimität”.

Tuesday November 27, 2007

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Kommentare

  1. Erik / 29. November 2007, 23:27 Uhr

    Wenn ich meine Identität im Web 2.0 multipliziere, neige ich dann womöglich automatisch dazu quasi wie mit mir selbst zu interagieren?

    Ich selbst bin gerade von der Idee der Persönlichkeitsmultiplikation fasziniert, durch die wir zum einen mit uns selbst in Interaktion treten und zum anderen mehrere Personen in einer neuen Persönlichkeit aufgehen lassen könnten. Leider drehe ich mich irgendwann im Kreis, da keinerlei Bezugspunkte existieren. Der Gedanke ist jedoch sehr beeindruckend!

    Könnte die Multiplikation von Identitäten etwa unseren Geist auf zukünftige Möglichkeiten vorbereiten? (z.B. KI, Mind-Upload, Klonieren, usw.) Wäre die Unsterblichkeit des Geistes/ der Person nach der Aufgabe von Individualität und Privatsphäre vielleicht erst möglich, oder sogar zwangsläufig notwendig?

  2. Peer / 16. December 2007, 23:08 Uhr

    Hm. Die meisten Menschen sind nicht so aktiv wie du im Internet.
    Den meisten geht das doch am Arsch vorbei, um es klar zu sagen. :-)
    Da verändert sich dann auch nix an der Persönlichkeit.

  3. Christian / 22. December 2007, 15:10 Uhr

    Klar, es gibt natürlich inzwischen ein Nebeneinander von Gegenwarten und Zukünften. Kein Grund, sich auf die Vergangenheit als Untersuchungsgegenstand zu beschränken ;-)

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