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Selbstmord-Mission to Mars

Es gibt viel Für und Wider zur Frage, in den nächsten Jahrzehnten Menschen auf den Mars zu schicken. Über eine Option könnte man sich eine bemannte Mission vielleicht leichter machen. Aber die wäre gruselig.

Die Diskussion über bemannte Raumfahrt zum Mars pendelt hin und her.

Die Einen sagen: Es ist wissenschaftlich sinnvoller und effizienter, die Erforschung des Mars erstmal der Robotik zu überlassen. Menschen binnen der nächsten Jahrzehnte auf den Mars zu senden wäre nichts weiter als ein sehr teurer und gefährlicher PR-Stunt.

Die Anderen sagen: Kein derzeit denkbarer Roboter kann den Mars so effizient erforschen wie ein Mensch, der sich um ein Vielfaches besser bewegen kann, die Gaben des Verstandes und der Intuition besitzt und vertrauenswürdige selbständige Entscheidungen ohne halbstündige Wartezeit auf die nächste Handlungsanweisung von der Erdzentrale zu tätigen weiß. Und nur mit Menschen auf dem Mars können wir konkrete wissenschaftliche Erfahrungen darüber sammeln, wie sich Menschen auf dem Mars halten – Grundvoraussetzung des langfristigeren Zieles, den Mars zu besiedeln.

Wie man es dreht und wendet, eine bemannte Reise zum Mars wäre ein monströs aufwendiges und langfristiges Projekt. Nicht zuletzt wegen der notwendigen Rückreise der First Men on Mars, sollten sie denn bis dahin überleben. Bisher haben wir uns damit zufrieden gegeben, Zeugs in den Mars reinzuschießen, zurückholen brauchten wir noch nichts. Und ein Jahr hin, ein Jahr zurück, würde sich das lohnen für nur ein paar Tage in der marsianischen Kälte?

Weshalb diese Idee auf den ersten Blick zwar grausig, auf den zweiten aber auch überlegenswert erscheint: eine bemannte Mission zum Mars ganz bewusst und offen als Kamikaze-Mission ohne eingeplante Rückkehr zu gestalten.

Die ersten Menschen auf einem anderen Planeten, das wäre ein so singuläres Ereignis in der Menschheitsgeschichte, dass es jenseits konventioneller ethischer Dimensionen läge. Kosmonautentum war seit seinen frühesten Tagen eine Angelegenheit, die hohe Opferbereitschaft erforderte. Es erscheint also nicht undenkbar, dass sich willige Kandidaten fänden. Wie im Slashdot-Kommentar verheißen:

I’d be glad to volunteer. Sure, my family would miss me, but they could also say “he’s one of the first people to have visited another planet” for the next 1000 years or so.

Weniger fatalistisch klänge eine solche Mission ohne Rückkehr natürlich, wenn man den First Men on Mars Werkzeuge und Ressourcen an die Hand gäbe, um in Form einer rudimentären Kleinst-Kolonie und unter Abschirmung von radioaktiver Strahlung einen vieljährigen Zeitraum self-sufficient zu überleben. Aber mangels Erfahrungen mit menschlichem Leben auf dem Mars und unvorhersagbaren Problemen und Gefahren wäre dies ein nur minimaler Garant erfolgreicher Fürsorge der Entsandten.

Tuesday July 17, 2007

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Kommentare

  1. Sho / 17. July 2007, 18:38 Uhr

    Der Reiz der “Selbstmord-Mission”-Idee beruht meist auf dem Denkfehler, man muesse das noetige Equipment und den noetigen Treibstoff fuer die Rueckreise auf der Hinreise mitnehmen, und daher zunaechst einmal ein wahnsinnig teures Superraumschiff im Erdorbit zusammenschrauben bevor es losgehen kann. Das Missionsprofil laeuft auch unter dem Kosenamen “Battlestar Galactica” – und ist Unfug.

    Tatsaechlich gibt es keinen guten Grund, warum man in beide Richtungen dasselbe Gefaehrt benutzen muss, und auch den Treibstoff fuer die Rueckreise muss man nicht zum Mars karren. Statt die Rueckreise auszuschließen besorgt man die Rueckkehrmoeglichkeit zuerst: Das Rueckkehrfahrzeug wird zum Mars geschickt, bevor sich die Astronauten auf den Weg machen. Einmal angekommen produziert es den Treibstoff fuer die Rueckreise selbststaendig vor Ort; die benoetigten Rohmaterialien werden aus dem Grund und der Atmosphaere gewonnen. Erst wenn das Rueckfahrzeug (oder mehrere) bereitstehen schickt man auf einem zweiten Fahrzeug die Crew zum roten Planeten. Nach Ende der Missionsaktivitaeten laesst die Crew das Raumschiff in dem sie gekommen sind zurueck und tritt mit dem vollgetankten Rueckkehrfahrzeug die Rueckreise an.

    Nebengewinn: Die zurueckgelassenen Vehikel die fuer die Hinreise verwendet wurden lassen sich nach mehreren Missionen zu einem Habitat, d.h. einer Kolonie, kombinieren.

  2. Christian / 17. July 2007, 18:56 Uhr

    Sho: Ah, so rum kann man es natürlich auch denken.

    Nichtsdestotrotz, allein das Zurücklegen der Entfernung zum Mars, noch unbedachte Gefahren der Umwelt für menschliche Erkunder (siehe z.B. den Ursprungs-Artikel des verlinkten Slashdot-Threads) und die schiere zeitliche Länge einer solchen Mission, verbunden mit der Schwierigkeit, aus dieser massiven Ferne noch etwas nachzubessern (man denke an teils verheerende technische Probleme der ganzen bisherigen unbemannten Mars-Missionen; da kann man eben nicht mal kurz wie bei Hubble ein Reparaturteam nachschicken), machen den Trip zu einem erheblichen Risikofaktor, der eine beachtliche Opferbereitschaft seitens der Kosmonauten fest voraussetzen würde. (Aber in gewisser Weise ist das mit Weltraum-Missionen natürlich ganz allgemein so, der Fall Mars-Mission wäre nur halt noch ein Extremwert, vielleicht vergleichbar mit den allerersten Weltraum-Missionen.)

    Kamikaze als Verheißung sicheren Todes ist dann natürlich nicht mehr, der Begriff “Selbstmord-Mission” trägt in seiner konventionellen Verwendung ja zumindest noch die Möglichkeit eines chancenmäßig nur recht geringen Überlebens in sich ;-)

  3. Daniel / 29. December 2008, 13:22 Uhr

    Nur Menschen ohne Selbstbewusstsein und mit ausgeprägten Minderwertigkeitskomplexe können auf eine solche Idee kommen und sich damit ein Denkmal setzen wollen. Die Technik für den Hin- und für den Rückweg ist die gleiche. Hat man also ein Raumschiff für den Hinweg und baut keins für den Rückweg, spart man nur ein paar Millionen Dollar und opfert einen Menschen vor den Augen von 6 Milliarden Menschen. Das wäre das erste Menschenopfer, das von der Erdbevölkerung gemeinsam getragen wird.

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