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plomlompom probiert Second Life, Folge 1

[Nachträglich ge-futur:plomt.]

Second Life #1

Die Vision

Second Life ist eine Virtual-Reality-Online-Welt. Nein, das ist vielleicht untertrieben. Second Life ist ein zweites Internet, eine Wiki-Welt mit einer erlebbaren und von jedermann erweiterbaren räumlichen Wirklichkeit. Second Life ist kein banales 3d-Online-Rollenspiel in einem netten Fantasy-Land, in das man mal eben zur Ablenkung von der Realität eintaucht; Second Life ist Realität, sozial, politisch, ökonomisch, geht in alledem fließend vom Virtuellen in die äußere Wirklichkeit über und erweitert sie zugleich mit allem, was erst im virtuellen Raum möglich ist. Wie das übrige Internet, nur in der Abbildung drei- statt zweidimensional, Raum statt Text. In Second Life findet nichts Geringeres seine tatsächliche Umsetzung als das Metaverse aus Neal Stephensons beliebter Cyberpunk-Novel Snow Crash (ein sehr oft genutzter Vergleich, der nichtsdestotrotz richtig liegt).

Oder so ähnlich. Jedenfalls habe ich Second Life schon ein ganzes Weilchen (das Ding entwickelt sich bereits seit 2003) aus der Ferne mit einem Interesse beäugt, das weit über das für konventionelle Online-Rollenspiele wie World of Warcraft hinausging. World of Warcraft: ein MUD halt, been there, done that, nun gibt’s das eben in schnieker 3d-Grafik statt Telnet-Text, dafür proprietär, mit fest vorgegebener Spielewelt und gegen Bezahlung. Second Life dagegen: Teilnahme kostenlos (für den ersten Account; jeder weitere kostet einmalig $9.95); eine ausufernd heterogene Welt, die von den Teilnehmern selbst gebaut wird, an der jeder frei mitbasteln kann; endlose, ständig durch eigene Programmierkünste erweiterbare Möglichkeiten der Interaktion mit Gegenständen, Räumen usw.; eine 3d-Wiki-Welt eben. Und statt einem hermetischen Fantasy-Paralleluniversum-für-sich bietet Second Life totale technische, inhaltliche und ökonomische Offenheit der Schnittstellen zwischen Innen und Außen; man websurft vom Innen ins Außen hinaus, streamed vom Außen ins Innen hinein (Musik, Filme, usw.), man tauscht die virtuelle Second-Life-Währung und reale US-Dollar bedenkenlos gegeneinander aus. So findet z.B. auch realer Immobilienhandel gegen echtes Geld mit virtuellem Second-Life-Land statt (wobei man indirekt einfach neue Server zum Betreiben neuer Gebiete für die Server-Farm der Second-Life-Betreiber Linden Labs kauft).

Technische Trägheit und Zeitmangel hielten mich bisher davon ab, mir das Ganze näher anzugucken. Aber neulich dann …

Zwei Hürden gab es erst einmal zu überwinden; zwei Hürden, die mit weitaus geringeren Mühen verbunden waren, als ich befürchtet hatte.

Vorarbeit: Registrierungskrams

Ich besitze keine Kreditkarte. Wie so vieles aus Amerika, schien Second Life für die Anmeldung aber eine Kreditkartennummer zu benötigen. Nicht, um gleich was abzubuchen; erst mal nur, um Mehrfach-Anmeldungen auf die Schliche zu kommen, da ja, wie erwähnt, jeder Zusatz-Account nach dem ersten einen geringen Festbetrag kostet. Inzwischen ist Second Life allerdings gnädiger geworden: Nun genügt auch ein PayPal-Account. So einen hatte ich zwar bis dato auch noch nicht, er war aber geschwind eingerichtet. (Jetzt könnte ich auch endlich einen dieser beliebten PayPal-Spenden-Buttons auf plomlompom pappen; na mal schaun.)

Nun kam eine kleine, vorher nicht groß bedachte Zusatz-Hürde: Die Namenswahl. Ja, das ist immer eine Herausforderung, sich für einen neuen virtuellen Raum, sei es ein Forum, ein Bloghoster, ein Chat, MySpace oder anderer Social-Web-2.0-Krams, sich also dafür einen guten Namen auszusuchen. Vor allem, wenn gewarnt wird, man könne ihn danach nicht mehr ändern. Second Life macht das Problem noch etwas vertrackter: Man muss den Namen zusammensetzen aus einem selbstbestimmten Vornamen und einem Familiennamen, den man aus einer langen Liste an Vorgegebenem heraussuchen darf; Vorschläge wie “Desade”, “Ginsburg” “Hubbard” und “Liebknecht” eröffnen hier ein durchwachsenes Assoziations-Panorama. Am Ende nannte ich mich, der lieben Mathematik wegen, einfach “Yog Hilbert”.

Vorarbeit: der Linux-Client
(Wen bereits der Titel abschrickt, sollte evtl. gleich zum nächsten Abschnitt vorspringen.)

Ich bin ja seit ein paar Jahren windowsfreier Linux-Nutzer. Linux! Linux ist toll. Wenn man viel Zeit und technisches Interesse und Optimierungslust hat, gibt es wenig Besseres. Mit genug Rumgefiesel kriegt man hier alles, wirklich alles, bis zum letzten State-of-the-Art-Windows-only-Spiel, zum Laufen, und sei es mit Wine bzw. Cedega. Aber, naja, rumdrucks, so ganz der Vollblut-Geek bin ich dann doch nicht, dass ich jederzeit Euphorie fürs Rumfieseln und von-Hand-Maken, Dependencies-Auflösen, Konfigurationsdateien-Umschreiben, Rekompilieren und nochmal Rekompilieren, verschiedene Programmpakete durchprobieren, usw. usf. aufzubringen fähig wäre. Genau sowas befürchtete ich allerdings beim Second-Life-Client: Anstatt bei Portage rumzuliegen, gab’s auf der Second-Life-Website nur das tarball einer Gerade-mal-Alpha-Test-Version eines scheinbar noch in frühester Entwicklung befindlichen Linux-Clients. Eike, allwissender uberGeek vom Dienst, dem nix zu schwer ist, berichtete mir auch nur von seinem Scheitern im Second-Life-Linux-Client-Ausprobieren vor einiger Zeit. Na Prost Mahlzeit, dachte ich, der ich eben gerade überhaupt nicht in Rumfiesel-Lauen war; einen Versuch werde ich dem Teil geben, aber sobald’s nach Arbeit auch nur riecht, springe ich zur Vermeidung weiteren Stresses einfach an mein iBook und installiere dort den Mac-Client.

Also SecondLife_1_10_5_1.tar.bz2 von der Second-Life-Seite runtergezogen und entpackt. Was kam raus? Ein Verzeichnis SecondLife_1_10_5_1. In dem Verzeichnis: kein configure, Makefile o.ä., sondern ein hübsches ausführbares Shell-Skript secondlife. Und was machte das? Es startete, ohne zu meckern, den Second-Life-Client. Jupp, nix weiter zu installieren, nicht mal was als root zu tätigen. Geradezu unverschämt einfach.

Okay, ein zwei Mal ist mir der Client schon abgeschmiert. Und der Linux-Client kann keinen Sound. Aber hey. Mich macht’s auch schon so glücklich :-)

Second Life #2
Läuft unterm heimischen Gentoo wie geschmiert, wenn auch ohne Sound: der Second-Life-Linux-Client.

Erste Geh(?)versuche

Yog Hilbert fand sich nun mit einigen anderen neu erschaffenen Second-Life-Avataren auf einer kleinen Trainingsinsel wieder. Wie rede ich, wie bewege ich mich, wie fliege ich, wie hebe und verschiebe ich Gegenstände, wie verändere ich mein Äußeres — von der Physiognomie bis zur Kleidung —, wie kann ich einfache dreidimensionale Objekte erzeugen und verändern; sowas wird einem hier rasch eingebleut. Am meisten Spaß machte mir erst einmal das wilde Herumfliegen über der Insel. Das Fliegen entwickelt sich in Second Life rasch zu einer Standardfortbewegungsweise; no need, die öden Beschränkungen der materiellen Wirklichkeit hier zu reproduzieren, was andernorts (MMORPGs) vielleicht noch für immersiven Illusionismus taugen mag. Second Life möchte einem stattdessen so viel Freiheit als möglich bieten, das Potential des virtuellen Raumes voll auszunutzen.

Womit wir rasch bei der zweiten Standard-Fortbewegungsweise in Second Life wären: der Teleportation. Am Ende der Trainingsstrecke steht ein Teleport in die Ahern Welcome Area. Die Ahern Welcome Area besitzt eine Form irgendwo zwischen Bahnhof, Gewächshaus und Weltausstellung, ist durchsetzt mit diversen Informations-Terminals und Werbeanzeigen und birgt zu jeder Tageszeit einer munteren Menge von im Allgemeinen sehr kurios geformten und gekleideten Avataren in Laberlaune. Ungefähr so wie in der oberen Abbildung, stand Yog nun in der Neuen Welt, guckte sich fragend um und überlegte, was man sogleich als erstes ausprobieren könne …

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In der nächsten Folge von plomlompoms Abenteuern im Second Life wird Nasenchirurgie ausprobiert, Hangman gespielt und Erwachsenenbildung im Bereich telekinetische Baukunst besucht.

Wer sich dieweil mehr über Second Life informieren will, dem empfehle ich den höchst spannenden Quasi-Hacker-Vortrag, den Second-Life-Mitarbeiter Cory Ondrejka beim letzten Chaos Communication Congress über diesen gigantischen Spielplatz und sein künstlerisches, politisches und ökonomisches Potential gehalten hat; ein Video des Vortrags kann man mit ein bisschen Surfen irgendwo hier finden. Oh, und darüber hinaus kann man natürlich auch einfach auf die Second-Life-Website gehen und sich dort umschauen.

Disclaimer: plomlompom erhält für das mediokre Geschreibsel hier weder Bezahlung noch Getätschel von den Second-Life-Machern bei Linden Labs.

Thursday July 6, 2006

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Kommentare

  1. Steff / 06. July 2006, 17:41 Uhr

    Ist alles gelogen. In Wahrheit hat er sich hier angemeldet

  2. Christian / 06. July 2006, 18:28 Uhr

    Steff: Stimmt ja gar nicht!

  3. melanie / 05. February 2007, 13:58 Uhr

    leute ich wil wissen wie ich es mir auf mein pc ziehen kann???kennt einer hier sich aus und wenn ja dann schreibt mir soch bitte über email wie ich es machen muss

    J-Love@gmx.net

    wäre echt lieb…..lieben gruß melanie

  4. Markus / 11. December 2007, 18:56 Uhr

    guck ma da: https://secondlife.com/

  5. Gerd / 12. August 2009, 20:43 Uhr

    Wie gefällt euch Second Life – Oder kann ich mir anhand der versteckten Ironie in den Kommentaren meinen Teil dazu denken? Würde mal gern paar Feedbacks von Leuten hören, die es vielleicht mal wirklich länger und intensiver gespilt haben…

    Greetings,
    Gerd

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